Ausgabe 2 >2023

2 | 2023 Esslinger Gesundheitsmagazin 19 für junge Leser Bist du im Winter oft mies drauf? Um Kälte und grauen Tagen zu trotzen, wirkt Bewegung wahre Wunder. Sport ist für deine Psyche und körperliche Gesundheit enorm wichtig. Hier erfährst du, wie du deinen inneren Schweinehund überwindest und fit bleibst. Fit trotz Winterblues Es ist November, das Wetter ist mies. Egal, denkt Leon. Er chillt stundenlang auf der Couch, zockt am Handy und zieht sich nebenher eine Tüte Chips rein. Klingt nach dem perfekten Winter-Wohlfühlprogramm, oder? Nur: so richtig wohl fühlt Leon sich schon seit einer Weile nicht mehr. Er ist oft schlecht drauf und hat ganz schön zugenommen. Professor Dr. Christian von Schnakenburg, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Esslingen weiß einen Rat gegen Leons Frust: „Körperliche Betätigung, vor allem Mannschafts- und Outdoor-Sport wie Radfahren, Klettern oder Laufen, fördert die Ausschüttung von Glückshormonen und trägt dazu bei, Stress abzubauen. Sport beugt Übergewicht und Depressionen vor. Das ist wissenschaftlich belegt.“ So wie Leon geht es heute vielen Jugendlichen, sogar noch wesentlich schwerwiegender. „Mehr als 200.000 Jugendliche leiden an extremer Adipositas, also schwerem Übergewicht“, weiß Friederike Hardinghaus, Leiterin der Therapieabteilung am Klinikum Esslingen. Krankhaftes Übergewicht kann langfristig Diabetes, Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Gelenkprobleme und weitere gesundheitliche Probleme auslösen. Den inneren Schweinehund überwinden So verlockend es auch sein mag, auf der Couch zu chillen: Übernimm Verantwortung für dich selbst und begrenze diese Phasen ganz klar. „Gruppensport motiviert, dranzubleiben. Im Esslinger Krankenhaus bieten wir für junge Patienten mit psychosomatischen Problemen wie zum Beispiel Depressionen, Ess- oder Angststörungen jeden Morgen Frühsport an“, berichtet Hardinghaus. „Diese Erkrankungen haben in den letzten Jahren bei Jüngeren um mehr als ein Viertel zugenommen.“ Balance finden „Zu viel Sport kann aber auch schaden und zu Sportsucht führen“, warnt Hardinghaus. „Sophia Thiel ist ein prominentes Beispiel dafür: Sie war übergewichtig, entwickelte eine Sportsucht, wurde Fitness-Influencerin, litt dann an Depressionen, die sie dank einer Psychotherapie überwunden hat.“ Daher: Achte darauf, dass du nicht übertreibst. Bei Anzeichen von Sportsucht nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Auf das richtige Maß und die richtige Haltung kommt es an. „Das fängt schon im Kleinen an: Treppen statt Fahrstuhl und Fahrrad statt Bus“, empfiehlt Professor von Schnakenburg. So lässt du dem Winterblues keine Chance und bleibst fit. ast Bleib stark! › Ob Verein, Fitness-Studio, SportChallenges per Handy oder Schritt- zähler – suche dir eine Sportart, die dir Spaß macht und bleib am Ball. › Baue Bewegungseinheiten in deinen Alltag ein – am besten immer zur selben Tageszeit, stell den Wecker und entwickle eine Routine. › Setze dir realistische Ziele und feier deine Erfolge. › Wenn du magst, veröffentliche deine Ergebnisse und zeig, was du drauf hast. › Finger weg von Anabolika, also Hormonen wie Testosteron. Sie schädigen deinen Körper! › Achte auf ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung. Proteinpulver und Vitamin-Booster brauchst du nicht! Reden hilft! Sport ist kein Allheilmittel. Sprich mit anderen, wenn du dich nicht gut fühlst, und suche dir Hilfe. Wähle zum Beispiel die Nummer gegen Kummer – das Kinder- und Jugendtelefon: 116 111. Anonym und kostenlos.

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