Ausgabe 1 >2025

24 Esslinger Gesundheitsmagazin 1 | 2025 erwidert die Pflegekraft. „Ok, dann versuche ich es weiter“, sagt Cornelia Renner und wählt ein Zimmer am Ende des Gangs an. Auch dort, so zeigt eine Markierung auf dem Bildschirm, befindet sich eine Pflegekraft. Das Prozedere wiederholt sich. „Ich geh sofort los und besorge ein Schmerzmittel“, sagt die Krankenschwester im dortigen Zimmer. Üblicher Patientenruf Normalerweise landet in einem Krankenhaus der Klingelruf vom Patientenbett im Stationszimmer und wird außen an der Zimmertüre durch ein Licht angezeigt. Sobald eine Pflegekraft Zeit hat, schaut sie ins Zimmer und erkundigt sich bei der Patientin oder dem Patienten nach dessen Problem oder Wunsch. Dann eilt sie in den Medikamentenraum oder das Stationszimmer, um das Notwendige zu besorgen. So läuft es in fast allen Kliniken deutschlandweit ab. Esslinger Modell Ganz anders am Klinikum Esslingen: Dort gibt es eine ziemlich außergewöhnliche Form, wie Patientinnen und Patienten betreut werden. Alle Klingelzeichen sämtlicher Zimmer und Stationen landen im sogenannten Com-Center, eine Art krankenhaus-internes Call Center. Dieses befindet sich gleich am Eingang des Klinikums hinter der Patienten- und Besucherinformation und fungiert als Navigation zum Krankenbett Ein Hilferuf vom Krankenbett landet bei einer Mitarbeiterin in der Schaltzentrale. Diese informiert die Pflegekräfte über das Anliegen des Patienten. Das Management der Patientenrufe am Klinikum Esslingen ist in dieser Form bundesweit einzigartig. Es ist ein harter Job, auch wenn er ausschließlich im Sitzen ausgeübt wird. Acht Stunden dauert jede Schicht. Rund um die Uhr. Mal vormittags, mal nachmittags, mal die ganze Nacht. Tag für Tag, werktags, am Wochenende, an Feiertagen. Acht Stunden lang sitzen Ute Tallafuß und Cornelia Renner pro Schicht am Telefon. Keine Minute haben sie Ruhe. Vor sich einen Bildschirm mit allen Stationen, Patientenzimmern und Wachräumen des Klinikum Esslingen. Ständig blinkt es auf dem Schirm. Jedes Blinken bedeutet ein Patientenruf, der schnellstmöglich beantwortet werden muss. Ablauf des Patientenrufs „Com-Center, Schwester Cornelia. Was kann ich für Sie tun?“, meldet sich Cornelia Renner. Eine Patientin auf Station 4 meldet sich: „Ich habe starke Schmerzen. Können Sie mir etwas dagegen geben?“. „Wir kümmern uns gleich darum“, verspricht Cornelia Renner am Telefon. Dann legt sie auf und nimmt auf ihrem Bildschirm die Station 4 in den Blick. Direkt neben dem Zimmer der Patientin, die sich eben gemeldet hatte, ist eine Pflegerin beschäftigt – so zeigt ihr das Display an. Cornelia Renner wählt die Sprechstation dieses Zimmers an. Die Pflegekraft, die sich dort befindet, meldet sich. „Könnt ihr zur Patientin im Bett am Fenster im Zimmer nebenan Schmerzmittel bringen?“, fragt die Anruferin. „Ja, aber das dauert“,

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