Ausgabe 1 >2024

1 | 2024 Esslinger Gesundheitsmagazin 13 „ Dass ein Virus Krebs auslösen kann, war eine sensationelle Entdeckung, die erst vor ein paar Jahrzehnten gemacht wurde.“ Stempel für die Qualität Stolz sind Prof. Hein und sein Team auf das soeben erteilte Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft. Es weist ihr Zentrum als „Zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Einheit“ aus. Dafür wurde das Team und dessen Arbeit ein Jahr lang beobachtet. Eine bestimmte Zahl an Patientinnen und Behandlungen, die fachliche Expertise des ärztlichen und pflegerischen Personals sowie vorgeschriebene Fort- und Weiterbildungen für Ärztinnen und Ärzte sind dafür notwendig. Selbstverständlich wird auch die Qualität der Arbeit geprüft. Um diese Zertifizierung zu halten, muss das Team weiterhin seine Arbeit und Qualität nachweisen und wird jährlich von Prüfern der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft. Die Untersuchung im Dysplasiezentrum ist Teil des Früherkennungsprogramms für Gebärmutterhalskrebs. „Bei den niedergelassenen Frauenärztinnen und -ärzten erfolgt das Screening der Frauen. Wir sind dann für die Abklärung auffälliger Befunde da“, erklärt Dr. Cornelia Kurz, Leitende Oberärztin an der Frauenklinik und Leiterin der Dysplasieeinheit in Esslingen. Ein auffälliger Befund ist zum Beispiel, wenn der sogenannte Pap-Abstrich, der bei der regelmäßigen Untersuchung bei den Frauenärzten entnommen wird, bestimmte auffällige Kriterien aufweist. „Wir schauen uns bei einer sogenannten Kolposkopie mit einer Lupe den Gebärmutterhals genau an. So können wir erkennen, ob es auffällige Gewebeveränderungen gibt und ob es notwendig ist, diese zu behandeln“, sagt Dr. Kurz. Bei leichten Veränderungen warten wir erstmal ab und beobachten. „In vielen Fällen bilden sich diese Veränderungen von allein zurück“, sagt Dr. Kurz. Schwangerschaft auch nach OP möglich 500 bis 600 Frauen werden jedes Jahr im Esslinger Dysplasiezentrum untersucht. „Etwas mehr als 100 Frauen müssen wir operativ behandeln“, sagt Professor Dr. Alexander Hein, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Esslingen. Oft handelt es sich dabei nur um kleine Eingriffe, wie etwa die Abtragung der auffälligen Befunde. Bei größeren Veränderungen der Schleimhaut muss manchmal auch ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt werden. Auch das ist kein großer Eingriff. „Wir nehmen ihn ambulant vor und die Frauen können danach schwanger werden“, betont Prof. Hein. Ein Virus als Verursacher von Krebs Auch Patientinnen, die einen unauffälligen Pap-Abstrich haben, aber bei denen das Humane Papillomavirus (HPV) bei der Untersuchung durch ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt festgestellt wird, werden an ein Dysplasiezentrum überwiesen. „Dass ein Virus Krebs auslösen kann, war eine sensationelle Entdeckung, die erst vor ein paar Jahrzehnten gemacht wurde“, sagt Professor Hein. Der deutsche Mediziner und Wissenschaftler Prof. Dr. Alexander Hein Dr. Cornelia Kurz Gundega Galindoma Etwa 5.ooo Frauen erkranken jährlich deutschlandweit an Gebärmutterhalskrebs. >>>

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