Ausgabe 1 >2019
1 2019 Esslinger Gesundheitsmagazin 31 chen. Daher kommt ihnen die zentrale Vermittlerrolle im Netzwerk zu. Die Pflegekräfte organisieren unter anderem ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt, stellen den Kontakt zum Sozialdienst her oder verständigen bei Bedarf die Krankenhausseelsorge. „Ziel ist es, bei allen Maßnahmen den Patienten im Rahmen seiner Mög- lichkeiten zum Selbstmanagement zu befähigen, was nur durch kontinuierliche Beratung und Schulung möglich ist“, sagt Monika Zeller. In der onkologischen Pflege übernehmen die Pflegekräfte ein hohes Maß an Verantwortung. Professionell weitergebildete Pflegekräfte schätzen die emotionalen, körperlichen und psychosozialen Bedürf- nisse der Betroffenen ein, informieren verständlich und gehen auf Befindlichkeiten ein. Mit gezielten Pflegeinterventionen kann es den Patienten erleichtert werden, sich an die mit der Erkrankung verbundenen Veränderungen und Beeinträchtigungen anzupassen. Ein vertieftes, immer aktuell gehaltenes Wissen und eine erwei- terte Professionalität sind hier unumgänglich, da sich durch die zunehmenden Bedürfnisse der Krebskranken nach kompetenter Beratung und Information neue und höhere Anforderungen für die Fachpflegekräfte im onkologischen Bereich entwickeln. Die umfas- sende patientenorientierte Pflege im Sinne des Pflegeprozesses in den verschiedenen Krankheitsphasen und die Erhaltung und För- derung der Lebensqualität unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse stehen dabei im Fokus. aw Forum für gegenseitigen Erfahrungsaustausch und fachliche Wei- terentwicklung. Hier werden auch onkologische Pflegestandards zu speziellen Fragestellungen erarbeitet und evaluiert. In den regel- mäßigen Teambesprechungen und in der täglichen Arbeit geben die onkologischen Fachkräfte ihr Wissen an die Kollegen weiter. „So lernen die Kollegen von- und miteinander“, sagt Zeller. „Stolz können wir uns nach dieser Aufbauarbeit inzwischen auf eine große Anzahl an Fachkräften stützen, und es spiegelt unsere hohe pfle- gerische Kompetenz in diesem Bereich wider“, ergänzt sie. Die krebskranken Patienten am Klinikum Esslingen profitieren dadurch von einer lückenlosen Versorgungskette auf höchstem Niveau. Den Pflegekräften ist es ein großes Anliegen, dass sich die Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung darauf verlassen können. Zentrale Vermittlerrolle Während des gesamten stationären Aufenthaltes spielt die Pflege des onkologischen Patienten eine wichtige Rolle. Der Patient darf auf eine pflegerisch kompetente Versorgung rund um die Uhr ver- trauen. „Als erster Ansprechpartner unterstützen wir mit Feinge- fühl und unserem Fachwissen die Patienten in der Ausnahmesitu- ation“, sagt Monika Zeller. Das Fachwissen erstreckt sich über die Pflege bei Radiotherapie, Chemotherapie und Operationen, aber auch die Behandlung sämtlicher Nebenwirkungen und Symptome. Einen besonders hohen Anteil macht die psychosoziale Unterstüt- zung aus. Fragen zur Diagnose und Behandlung, aber auch Ängste und Sorgen werden häufig zunächst mit den Pflegekräften bespro-
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